Alte Schweizer
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"Die Alte" sind wohl das absolute Urgestein des Repertoires der Basler Fasnächtler. Kaum eine Clique, die sie nicht in ihrem Repertoire hat.
Zusammen mit den Neuen Schweizern und dem Morgestraich waren sie während Jahrzehnten die einzigen Märsche, die and der Fasnacht getrommelt und gepfiffen wurden. Erstaunlicherweise haben sich "die Alte" durchgesetzt, während dem man die Neuen heute sehr viel seltener hört.


"In zwei Berner Ordonnanzen von 1754 und 1759 finden wir ua. einen Grenadiermarsch, einen Dragonermarsch und einen Stuckmarsch, wobei in der Ordonnanz der Stadttambouren von Biel (1759) im Grenadiermarsch das Einfallen der "Pfeyffer", genau wie im ersten Vers unserer "Alten Schweizer" speziell vermerkt wird. Sicherlich sind diese Teilstücke unserer "Alten Schweizer" von den Schweizertruppen schon lange bevor sie in diesen Ordonnanzen ihren Niederschlag gefunden haben, gespielt worden."

"In der "Tambour- und Pfeiferordonanz für die Eydgenössischen Truppen" (1819), die der Basler Musikus J. Bühler im Auftrage der Eidgenössischen Militärkommission nach deren ausdrücklicher Weisung in Anlehnung an die damaligen Ordonnanzen von Bern und Zürich zu verfassen hatte, begegnen uns erstmals unter der Bezeichnung Feldschritte unsere Alten Schweizermärsche bis und mit dem Trio."

Quelle: Frutz Berger, aus "d'Basler Fasnacht" (1946)



"Dass die ALTEN eine Reihe von Märschen sind, sagt schon ihr Name; zu den eigentlichen Alten treten ein sogenannter Schlegelmarsch, dann der Prinz Johann, hierauf ein unbenannter Marsch und zuletzt die Hambacher".

"Da ist einmal zu sagen, dass die Nummern 1-9 identisch sind mit den neun Märschen des Feldschrittes in der Eidgenössischen Pfeifer-Ordonnanz vom Jahre 1819."

"In diesen neun Märschen stecken zwei Berner Märsche und ein Zürcher Marsch. Wir erkennen sie aber leider nicht. Vergleichen wir aber die Tambourordonnanz von 1819 mit den früheren, so drängt sich jedoch die Vermutung auf, dass es sich beim ersten Marsch des Feldschrittes um den früheren sogenannten Schweizermarsch handelt, und dass dieser einer der beiden Berner Märsche ist.
Den zweiten Marsch des Feldschrittes finden wir in Nicolais Almanach vom Jahre 1778 als "Eyn Lyd an einen Potten"."
"Zu den folgenden Märschen fanden sich in zahlreichen Volksliedern nur Anklänge, sodass höchstens gesagt werden kann, es handle sich auch hier um Melodiengut des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts.
Einzig beim sechsten Marsch sind die ersten Takte des zweiten Teils mit ihrem ausgeprägten Rhytmus zu bestimmen. Danach haben wir hier einen Schottisch oder Hopswalzer.
Der siebente Marsch war ein bis vor kurzem ganz ungemein beliebtes Lied, komponiert von Johannes Schmidlin (1722-1772) zu einem Gedicht von Lavater. Im Aargau ist es zum Volkslied geworden, doch sind auch unzählige andere Lieder, besonders viele Soldatenlieder nach jener Melodie gesungen worden. In der Pfeiferordonnanz ist sie mit einem von Bühler komponierten Trio verbunden.
Von der achten Nummer, dem Beginn der Schlegel, nur eine Kleinigkeit: In Aarau weis die Ueberlieferung zu berichten, dass die Trommler und Pfeifer der Luzerner bei einem Einfall ins Freiamt diese Melodie gespielt haben.
Der neunte Marsch des Feldschrittes endlich, der sogenannte Doktor Eisenbart, ist das bekannte deutsche Studentenlied, und dazu tritt wieder ein Trio von Bühler. Das Lied stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist schon bald auch in der Schweiz gesungen worden.

Soviel über die Märsche des Feldschrittes aus der Pfeiferordonnanz von 1819.
Vom zweiten Teil unserer Alten, der nicht auf die Ordonnanz zurückgeht, war viel weniger, nämlich nur von der Nummer 11 etwas zu finden. Diese heisst Prinz Johann und stammt von einem Liede, das zu Ehren des Erzherzogs Johann, des Bezwingers von Hüningen gesungen worden ist."

"Leider war auch von den Hambacher nichts zu finden. Vielleicht stammen die Melodien vom berühmten Hambacherfeste im Jahre 1832, einer Versammlung der republikanisch gesinnten Süddeutschen. Dort wurde, wie es damals üblich war, viel gesungen; es scheinen aber wieder einmal nur die Texte dieser Lieder überliefert zu sein."

Quelle: Georg Duthaler, aus "d'Basler Fasnacht" (1946)



  Instrument   Jahr   komp. / arr.   Autor
  Piccolo       Trad. arr.   Schell Karl
  Trommel       Trad. arr.   Berger Dr. Fritz

  Name   Jahr   CD   LP   MC   DVD   VHS
  Arabi! Vorwärts, Marsch! 1       X   X   X        
  Basler Fasnachtsmusik       X                
  Bajass Clique & Art Paul (3)               X        
  Basler Fasnachtsmärsch 1       X       X        
  Zämmen in d Hoose   1997   X   X   X        
  Trio Piccolo Piano   1975       X            
  100 Jahre Kuttlebutzer   1969       X